Andenländer 1976 und 1978

In den Siebzigern war es schon nicht mehr ganz ungewöhnlich die Andenländer zu bereisen. Wir (Lilo und ich) hatten glücklicherweise sogar die Möglichkeit, zweimal richtig lange dort zu sein (ca. 2 bzw. 3 Monate). So konnten wir einerseits viele der Standardattraktionen besichtigen und erwandern und hatten andererseits Zeit für Nebenschauplätze und Aufenthalte ganz ohne geplante Ereignisse - für das Warten auf mañana.

Das Reisen in den Ländern Ecuador, Peru und Bolivien war einfach. Mit ein wenig Spanisch kamen wir gut zurecht. Die Kultur der Städte ist stark durch die Kolonialherrschaft geprägt und nach dem Westen ausgerichtet. In Peru empfanden wir die Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen oben und unten am geringsten, in Bolivien am größten. Entsprechend leichter oder schwerer war es, von den Städten aus den ländlichen Raum zu entdecken. Angekommen auf dem Land konnte es dann schon passieren, dass "Tourist sein" nicht mehr verstanden wurde. Dann wurden wir gefragt, ob wie als "Abgesandte der deutschen Regierung unterwegs wären oder ob wir nicht Quechua sprechen könnten, die alte Sprache der Indios.

Es wäre sehr interessant, die gleichen Orte noch einmal zu besuchen. Die Globalisierung von Handel und Kommunikation muss viel verändert haben, aber wahrscheinlich wenig an der wirtschaftlichen Situation der Menschen auf dem Lande. Sehr schöne aktuellere Fotos aus Peru gibt es in den Galerien von John Servayge.

Hier sind passable Karten von Nord- und Südperu, auf denen einige der hier erwähnten Orte gefunden werden können.

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Zu den Wolkenkratzern in Huamalies

Die peruanische Provinz Huamalies mit der von uns nicht besuchten Hauptstadt Llata liegt am Ostabhang der Anden. Sie wird durchquert vom Oberlauf des Marañons, einem der Quellflüsse des Amazonas. In Lima waren wir über einen Artikel in einer Tageszeitung über die "Rascacielos de Tantamayo" (die Wolkenkratzer von Tantamayo) gestolpert. Heute wissen wir, dass diese mehrstöckigen Bauwerke der Kultur der Yarowilca zugeschrieben werden und im 13. bis 15. Jahrhundert entstanden sind. Sie liegen in einer spektakulären Landschaft bis über 4000 Meter hoch auf kahlen Bergen, die steil zum tief eingeschnittenen Tal des Marañons abfallen. Im Hintergrund strahlen die Gipfel der Weißen Kordilleren.

Die Dörfer am Oberlauf des Marañons sind sehr abgelegen. Die Anreise war damals nur mit LKW und per Pedes möglich. Von Lima aus waren dafür drei Reise- und Wandertage erforderlich. Alle Bauten waren aus Lehm, die Landwirtschaft wurde auf steilen oder auf terrassierten Hängen betrieben. Von der Zivilisation hatte nur weniges die Bewohner erreicht, z.B. Bier aus der Brauerei und Batterieplattenspieler.

Peru wurde von 1968 bis 1980 vom Militär regiert, das zunächst sozialistische Ziele verfolgte, später mit seiner Wirtschaftspolitik scheiterte. So trafen wir 1976 kurz vor Tantamayo die Männer einer Dorfgemeinschaft beim Straßenbau, bekocht von drei Frauen des Dorfes.

Auf aktuellen Bildern sieht man, dass inzwischen moderne Busse aus Lima bis nach Tantamayo fahren. Die Blechdächer haben zugenommen. Die meisten Häuser sind immer noch Lehmbauten.

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In der Sierra

Mit der Ausnahme des ersten Bildes zeigt diese Serie Motive aus der Umgebung von Cusco. Das ist bekanntermaßen der von Touristen am meisten besuchte Ort in Peru. Ausflüge zu Inkastätten wie Sacsayhuaman, Pisac, Ollantaytambo, und natürlich Machu Picchu sind obligatorisch und unvergesslich.

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Im Norden Perus

Bis auf die Inkastadt Cajamarca ist der Norden Perus zur Zeit unserer Reise sehr wenig besucht worden. Dabei gab es hier ganz bemerkenswerte Stätten zu entdecken, wie z.B. die archäologischen Stätten Kuélap und das von uns nicht besuchte Gran Pajáten, die beide zur Chachapoyas-Kultur gehören. Beide Stätten sind inzwischen besser zugänglich als in den Siebzigern.

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An den Quellflüssen des Amazonas

Der Regenwald oder die Selva ist die unbekanntere andere Seite von Peru. Alle drei Quellflüsse des Amazonas (Marañon, Huallaga und Ucayali) entspringen den peruanischen Anden und vereinigen sich im peruanischen Regenwald.

Die ersten beiden Fotos dieser Serie stammen aus Tocache, das sich später zu einem Zentrum des Anbaus der Cocapflanze entwickelt hat. Anschließend geht es von Yurimaguas mit dem Schiff auf dem Huallaga und dem Ucayali in die Ex-Kautschuk-Metropole Iquitos, die heute von der Erdölförderung und vom Tourismus lebt. Sie ist auch heute noch nicht auf dem Landweg erreichbar.

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Märkte in Ecuador

Hier ist ein Link zum Ursprung der Kartoffel in den Anden und zur Grünen Revolution und ihren Auswirkungen.

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Märkte in Bolivien

Die drei in dieser Serie gezeigten Märkte hatten einen sehr unterschiedlichen Charakter und das gilt wahrscheinlich heute auch noch. In Tarabuco hatte sich lokales Brauchtum erhalten. Für die Touristen wurde es am Leben erhalten. Der Markt in Cliza florierte dank eines großen Einzugsgebiet mit guten Bedingungen für die Landwirtschaft. Achacachi liegt in einer benachteiligten Region auf 4000 m in der Nähe des Titicacasees. Entsprechend schmal war dort das Angebot.

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Kinder und ein paar Erwachsene

Die ersten Bilder der Serie zeigen Indios aus der Sierra, die sich gerade in einem Rohbau an der Küste sehr notdürftig einrichten. An der Küste, die eigentlich Wüste ist, gibt es bewässerte Gebiete, die mehr Lebenschancen versprechen als die stagnierende Sierra.

Die übrigen Bilder sind an der ecuadorianischen Küste angesiedelt. Dort dreht sich alles um Bananen. Dann folgen Szenen aus dem Hochland in Ecuador und in Peru, aus dem Regenwald beider Länder und schließlich von der bolivianischen Seite des Titicacasees.

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